Kategorie: Buchrezension

[Rezension] Du + Ich =Liebe von Heike Wanner

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Worum geht’s?

Nika ist siebzehn, temperamentvoll und hat immer einen Plan – bis sie den querschnittgelähmten Ben trifft. Der findet nach seinem schweren Unfall gerade erst zurück in den Alltag und will eigentlich nur seine Ruhe haben.
Durch Zufall landet Nika mitten in Bens Leben – und mischt es kräftig auf.
Plötzlich ist alles anders: Aus einem ersten Kuss wird die große Liebe und der Traum von einer gemeinsamen Zukunft.
Doch dann stellt sich ihnen das Schicksal in den Weg … (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Auf dieses Buch bin ich durch die liebe Natalie gestoßen, den Link zu ihrer Rezension findet ihr hier. Sie hat völlig begeistert von dem Buch auf Instagram berichtet und davon habe ich mich anstecken lassen.
Das Buch klang für mich von Anfang an nach einem tollen Buch mit starken Charakteren und ich sollte recht behalten.

Wer meine Rezensionen regelmäßig verfolgt, wird sicherlich wissen, dass bei mir ein Buch damit steht oder fällt, ob ich mich mich mit den Charakteren identifizieren kann bzw. ob ich mich in sie hineinversetzen kann. Bei Nika und Ben ist mir das überhaupt nicht schwer gefallen.
Ich muss echt sagen, dass die Autorin ein Händchen für Charaktere hat. Ihre Protagonisten und selbst die Nebencharaktere stecken so voller Leben, dass es für mich ein Leichtes war, beim Lesen Teil der Geschichte zu werden.

Die toughe Nika hat vor zwei Jahren ihren Vater bei einem tragischen Autounfall verloren. Sie hat das vergangene Schuljahr im Ausland verbracht und kehrt nun voller Energie und Tatendrang zurück. Doch zu Hause erwartet sie eine Mutter, die sich mehr und mehr in sich selber zurückzieht und eine völlig überforderte Großmutter, die der Erziehung von drei lebhaften Jungs nicht mehr ganz gewachsen zu sein scheint. Auch an Nikas Schule hat sich so einiges verändert. Über die erste Veränderung stolpert sie – im wahrsten Sinne des Wortes – auch gleich schon vor Schulbeginn: eine Rampe für Rollstuhlfahrer.

Nika trifft gleich an ihrem ersten Schultag auf den querschnittsgelähmten und sehr grummeligen Ben. Wie es der Zufall so will, tritt Nika auch gleich in ihr erstes Fettnäpfchen, denn in der Cafeteria erkennt sie nicht gleich, dass Ben im Rollstuhl sitzt.
Mit einer erstaunlichen Beharrlichkeit lockt Nika Ben immer mehr aus er Reserve bis beide feststellen, dass sie sich ineinander verliebt haben – aller möglichen Schwierigkeiten und komischer Blicke zum Trotz.
Doch dann passiert etwas womit beide nicht gerechnet haben und das Schicksal scheint es erneut nicht gut mit ihnen zu meinen.

Ein Mädchen, das ihren Vater verloren hat und ein querschnittgelähmter Junge klingen für euch nach zu viel Drama? Nein, vergesst das. Dieses Buch behandelt zwar eine sehr wichtige und auch schwierige Thematik, es ist allerdings nicht voller schwerer Dramatik oder gar bedrückend.
Die Autorin bringt dem Leser mit schonungsloser Offenheit und Ehrlichkeit das Leben eines Querschnittsgelähmten näher und das macht sie wirklich gut. Mich hat es beeindruckt! Genauso hat es mich beeindruckt wie Nika völlig selbstverständlich und gar nicht problemorientiert mit Ben umgeht. Es war einfach schön zu lesen wie die Beiden miteinander umgegangen sind und wie das Thema “Behinderung” hier entstigmatisiert wurde.

Die Autorin schreibt wunderbar authentisch, ohne Kitsch und mit viel Witz. Mir hat ihr Schreibstil wirklich sehr gut gefallen und es hat mich immer wieder zurück zu dem Buch gezogen. “Ich + Du = Liebe” wird sicherlich nicht das letzte Buch gewesen sein, dass ich von Heike Wanner lesen werde.

Fazit

“Ich + Du = Liebe” ist ein wirklich schönes, tolles und wichtiges Buch, das ich jedem weiterempfehlen möchte, der auch nur ein bisschen was mit Liebesgeschichten anfangen kann.
Nika und Ben sind erfrischend authentische und sehr liebenswerte Charaktere, die ich sehr schnell in mein Herz geschlossen hatte.

Von mir gibt es voll 5 von 5 Sternen und eine ganz klare Leseempfehlung!


Titel: Ich + Du = Liebe
Autor: Heike Wanner
Verlag: Edel Elements
Erscheinungsdatum: 07. September 2017
ISBN: 978-1975903817
Format: eBook und Taschenbuch (362 Seiten)
Preis: 6,99 Euro und 10,99 Euro

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung zur Verfügung gestellt.

[Rezension] Die Stadt der träumenden Bücher (Graphic Novel)

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Worum geht’s?

Buchhaim ist die „Stadt der Träumenden Bücher“, wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern auch in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können. Walter Moers` fantastische Abenteuergeschichte um den jungen Dichter Hildegunst von Mythenmetz, der das Geheimnis eines makellosen Manuskriptes ergründet, hat weltweit die Leser begeistert. Nun gibt es diese Geschichte aus dem Abenteuerreich der Literatur als prächtige Graphic Novel. In jahrelanger Arbeit hat Walter Moers seinen Romantext auf die Bedürfnisse einer Graphic Novel umgearbeitet und in Form eines Szenarios Hunderte von Bildern skizziert, die Florian Biege in enger Zusammenarbeit mit dem Autor kongenial in einen brillanten Comic von plastischer Farbigkeit verwandelt hat.

Band 1, „Buchhaim“, erzählt, wie Hildegunst in die Stadt der Träumenden Bücher kommt, wie es ihn dort in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen und er auf das geheimnisvolle Volk der Buchlinge trifft. (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Ja, ich schäme mich ein wenig dafür das ich bisher die Originalausgabe von Walter Moers’ “Die Stadt der träumenden Bücher” noch nicht gelesen habe. Aber eins kann ich euch sagen: nachdem ich die Graphic Novel dazu gelesen habe, werde ich mein Versäumnis ganz bestimmt nachholen!

Obwohl ich bisher noch nicht viele Graphic Novels und/oder Comics gelesen habe, bin ich dennoch ein großer Fan dieses Genres. Besonders dann, wenn sie so richtig schön illustriert sind. Und genau das ist Florian Biege bei der Stadt der träumenden Bücher gelungen.
Ich konnte mich gar nicht an den Bildern sattsehen und habe immer wieder neue Details entdecken können, jedes Mal, wenn ich das Buch erneut zur Hand genommen habe.

Die gesamte Graphic Novel ist sehr hochwertig und ganz besonders aufgemacht. Neben detailreichen, sehr plastischen und farbgewaltigen Illustrationen, findet sich auch eine Panorama-Klapptafel im Buch, die einen gefangen nimmt und so schnell nicht wieder loslässt sobald sie einmal ausgeklappt ist. Es gibt so viel zu entdecken.
Am Ende der eigentlichen Geschichte befindet sich noch in Glossar, dass unwissende Leser – wie mich – noch etwas tiefer in das Ursprungswerk von Walter Moers eintauchen lässt.
Die Graphic Novel ist gebunden und unter anderem deswegen ein wahres Schmuckstück für das eigene Bücherregal.

Jahrelang hat Walter Moers seinen ursprünglichen Roman speziell für die Bedürfnisse einer Graphic Novel umgeschrieben und sogar hunderte von Skizzen erstellt. Auch wenn ich den Originaltext nicht kenne, muss ich sagen, dass sie Arbeit sich gelohnt hat, denn mit dieser Graphic Novel ist dem Autor und dem Illustrator ein kleines Meisterwerk gelungen.

Die Geschichte ist für Bücherliebhaber ein Muss und ich habe mich beim Lesen gleich heimisch gefühlt. Der eindeutig bibliophile Autor hat wundersame und sehr interessante Wesen und eine unfassbar tolle Welt erschaffen, in die ich definitiv in voller Länge zurückkehren werde.

Fazit

Ein rundum gelungenes Werk, das ich wirklich jedem Bücherliebhaber und/oder Comicfan ans Herz legen möchte. Mit seinen 25€ ist die Graphic Novel nicht unbedingt günstig, aber definitiv jeden Cent wert.

Von mir gibt es volle 5 on 5 Sternen!


Titel: Die Stadt der träumenden Bücher (Graphic Novel)
Autor: Walter Moers
Illustrator: Florian Biege
Verlag: Knaus
Erscheinungsdatum: 06. November 2017
ISBN: 978-3-8135-0501-6
Format: Gebundenes Buch (112 Seiten)
Preis: 25,00 Euro

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung zur Verfügung gestellt.

[Rezension] Boy in a White Room von Karl Olsberg

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Worum geht’s

Eingesperrt, ohne Erinnerung, erwacht Manuel in einem weißen Raum. Er weiß weder, wer er ist, noch, wie er hierher kam. Sein einziger Kontakt ist eine computergenerierte Stimme namens Alice, durch die er Zugriff auf das Internet hat. Stück für Stück erschließt sich Manuel online, was mit ihm passiert ist: Bei einem Entführungsversuch wurde er lebensgefährlich verletzt. Doch wie konnte er diesen Anschlag überleben? Ist das alles tatsächlich die Wahrheit? Und wer ist Manuel wirklich?

Meine Meinung zum Buch

Auf diesen Roman habe ich sehr lange gewartet und habe mich gefreut wie ein Schneekönig, als er endlich erschien! Und als ich ihn endlich in den Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten, mit dem Lesen zu beginnen. Doch zunächst einmal freute ich mich über die Buchgestaltung! Der Titel ist in weißer Schrift wie mit Lackfarbe fühlbar aufgebracht und neben dem Gesicht eines Jungen zieren lauter Würfel (Räume?) den Hintergrund. Farblich ist das Cover sonst in Schwarz- und Grüntönen gestaltet, was dem Buch für mich einen gewissen Sci-Fi Charakter verleiht (Matrix, sei Dank). Das Gesicht ist komplett, sobald man das Cover aufklappt; Innen findet sich noch ein kurzer Ausschnitt aus dem Roman. Nicht zu übersehen ist zudem der papego Aufkleber und in der Tat habe ich das Buch zu 80% via App auf dem Smartphone gelesen. Smile

Das Buch hat 288 Seiten und auf Seite 23, am Ende des ersten Kapitels, traf mich der erste Schock. Das Rätsel um die Identität von Manuel wurde gelöst. Moment. Nicht so schnell… noch mal auf Start. Da ist dieser Junge. Er wacht auf in einem weißen Raum. Er hat keine Erinnerung und Andreas Eschbach wird auf dem Backcover zitiert, das Buch hätte einen philosophischen Tiefgang. Wie tief kann es denn gehen, wenn die Sache nach 23 Seiten klar ist? Ich möchte es mal so formulieren… so tief wie ein Kaninchenbau und am Ende wünschtest Du Dir, Du hättest die blaue Pille gewählt.

Immer wieder schön finde ich es, in Büchern von Karl Olsberg auf wiederkehrende Elemente zu stoßen. Seien es Anspielungen auf Minecraft, RPG-Elemente, Fantasy oder – natürlich – kritische Fragen zum Thema künstliche Intelligenz. Nachdem Olsberg in KI promoviert hat, erwarte ich in seinen Geschichten jedes Mal zumindest eine Sidestory zu diesem Thema. In dieser Hinsicht wurde ich durch “Boy in a White Room” nicht enttäuscht. Im Mittelteil allerdings fiel es mir schwer, in der Story zu bleiben. Während mich das Buch zwar rasend schnell in die Handlung gezogen hat, gab es dann doch einige Echt-Jetzt?-Momente, die für mich den Spaß etwas getrübt haben. Letzten Endes hat mich der Aufbau der Handlung und das Gefühl jedes Mal zurück in die Geschichte gezogen, das ich – wenn überhaupt – nur aus einem anderen Buch kenne (und in dem geht es um ein kleines Mädchen, das ein Buch liest und beinahe den Bezug zur Realität verliert… was auch immer das sein mag). Kurzum: Ich stimme Eschbach zu: Olsberg ist es gelungen, einem vermeintlichen Sci-Fi-Verschwörungs-Jugend-Entführungs-Thriller einen philosophischen Anstrich zu verpassen, dessen Ende die einen verzücken wird und die anderen, naja… zu denen gehöre ich schließlich nicht und daher…

Fazit

… gebe ich “Boy in a White Room” viereinhalb Sterne für eine gelungene Geschichte, die mehr als nur zum Nachdenken anregt und zugleich dank einer zugänglichen Sprache Jugendliche anspricht, wie auch für Erwachsene sehr gut zu lesen ist. Mit seinen weniger als 300 Seiten ist dieser echte Page-Turner schnell gelesen, wirkt dafür aber lange nach. Eine klare Leseempfehlung!


Titel: Boy in a White Room
Autor: Karl Olsberg
Verlag: Loewe
Erscheinungsdatum: 11. Oktober 2017
ISBN: 978-3785587805
empfohlenes Lesealter: 14 – 17 Jahre
Format: Taschenbuch (288 Seiten)
Preis: 14,95 Euro

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung zur Verfügung gestellt.

[Rezension] Der Weihnachtosaurus von Tom Fletcher

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Worum geht’s?

Die Weihnachtswichtel am Nordpol sind ganz aus dem Häuschen, als sie tief im Eis ein geheimnisvolles Ei entdecken. Der Weihnachtsmann höchstpersönlich brütet das Ei unter seinem dicken Po aus. Zur Verblüffung aller schlüpft ein freundlicher kleiner Dinosaurier: der Weihnachtosaurus. Zufällig schickt zur gleichen Zeit, tausende Kilometer entfernt, ein kleiner Junge namens William seinen Wunschzettel an den Weihnachtsmann ab: Er wünscht sich einen echten Dinosaurier. Als William und der Weihnachtosaurus einander in der Weihnachtsnacht begegnen, erleben die beiden nicht nur ein fantastisches, zum Brüllen komisches Abenteuer, sondern auch, was es heißt, den Wünschen seines Herzens zu folgen. (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Ihr liebt Weihnachten? Und mögt Dinosaurier? Perfekt! Dann ist der “Weihnachtosaurus” DAS Buch für euch.

Erinnert ihr euch noch daran wie ihr in der Schule oder von Mama und Papa gelernt habt wann und wie die Dinosaurier ausgestorben sind? Nun ja, einer hat überlebt. Bei der plötzlich hereinbrechenden Eiszeit wurde ein Dinosaurier-Ei ganz tief im Eis eingefroren und Abermillionen Jahre später wird dieses Ei just von ein paar Wichteln am Nordpol entdeckt. Denn die Wichtel des Weihnachtsmanns produzieren gar keine Geschenke – nee, nee. Sie pflanzen kleine Bohnen, an denen dann ganz viele Geschenke wachsen, die von den Wichteln tief aus dem Eis ausgegraben werden müssen. Und genau dabei sind acht Wichtel auf das Dinosaurier-Ei gestoßen.
Der Weihnachtsmann brütet das Ei ganz höchstpersönlich unter seinem dicken Po aus und pünktlich zu Weihnachten schlüpft unser kleiner Weihnachtosaurus.

Ich möchte euch eigentlich gar nicht so viel vom Buch verraten, denn ihr sollt es ja selber lesen. Im Buch erfahrt ihr nämlich auch wieso gerade ein Dinosaurier das Geschenk ist, welches der Weihnachtsmann dem kleinen William am ehesten erfüllen kann und wieso es so wichtig ist an den Weihnachtsmann zu glauben.

Obwohl ich schon länger kein Kind mehr bin (im Herzen aber immer eins bleiben werde), bin ich sofort auf dieses Buch aufmerksam geworden. Als erstes besticht das Buch nämlich durch seine äußere Erscheinung. Der Schutzumschlag des Buches ist so toll gestaltet – er ist golden und hat mich gleich mit seiner wunderbaren Illustration on William und dem Weihnachtosaurus verzaubert. Im Inneren befinden sich dann weitere 100 Illustrationen von Shane Devries – eine schöner als die andere. Ich konnte mich gar nicht satt daran sehen.

Geschrieben ist das Buch angenehm flüssig, leicht und witzig, so dass Kinder ab 8 Jahren die Geschichte gut verstehen können. Gerade für die junge Zielgruppe sind ein paar Sachen dabei, die die Kinder ganz sicher zum Lachen bringen.
Allerdings muss ich auch sagen, dass es ein paar Aussprüche und Handlungen gibt, bei denen ich nicht wollen würde, dass mein Kind sie alleine liest. Ich habe das Buch geliebt und möchte es auch sehr gerne weiterempfehlen, doch möchte ich Eltern, die das Buch für ihre Kinder kaufen, dringend empfehlen es mit ihnen zusammen zu lesen, damit über das Gelesene gleich gesprochen werden kann. Sagen wir es mal so: Hätte ich dieses Buch für Kinder geschrieben, hätte ich bestimmte Worte und einige Handlungen weggelassen oder verändert. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich euch leider nicht verraten, um was es genau geht. Wenn ihr es aber wissen wollt, schreibt mich gerne an.

“Der Weihnachtosaurus” ist wirklich ein ganz süßes Buch mit einer ganz tollen Botschaft. Zum Ende hin musste ich sogar ein bisschen weinen. Ich habe das Buch wirklich gerne gelesen und freue mich schon darauf, wenn ich es Puschel in sieben Jahren vorlesen kann.
Es geht um Familie, Freundschaft, Mobbing und das Wunder von Weihnachten.

Fazit

“Der Weihnachtosaurus” ist ein tollen Buch mit vielen, wirklich unheimlich süßen und schön gezeichneten Illustrationen, Das Buch ist ab einem Altern von 8 Jahren empfohlen, allerdings würde ich persönlich mein acht- oder auch 10-jähriges Kind dieses Buch noch nicht alleine lesen lassen, da meiner Meinung nach in diesem Buch Geschehnisse verarbeitet werden, mit denen Kinder in diesem Alter noch nicht alleine gelassen werden sollten.
Mir als erwachsene Leserin hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich vergebe sehr gerne 4,5 von 5 Sternen.


Titel: Der Weihnachtosaurus
Autor: Tom Fletcher
Illustrator: Shane Devries
Übersetzerin: Franziska Gehm
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2017
ISBN: 978-3-570-16499-0
empfohlenes Lesealter: ab 8 Jahren
Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag (384 Seiten)
Preis: 14,99 Euro

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung zur Verfügung gestellt.

[Rezension] Sieben Zwerge für Paulina von Iris Lieser

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Worum geht’s?

Paulina schiebt Frust. Von den Klassenkameraden ausgegrenzt, von der Mutter ständig angeblafft und für die Trennung der Eltern verantwortlich gemacht, fühlt sie sich einsam und verlassen. Da können auch coole Designerklamotten und teure Geschenke des Vaters nicht helfen. Wegen so einer blöden Deutscharbeit dreht auch noch der Lehrer durch und brummt der Klasse Einzelreferate auf, und die ausgerechnet über Märchen! Wer liest denn heutzutage noch solchen alten Kram! Aber es wird alles anders, glaubt sie, wenn sie die Mutprobe besteht, die ihr die Mädchenclique der Klasse vorschlägt. Dann wird Paulina endlich dazugehören, anerkannt sein, Freundinnen haben, auf Partys gehen. Spieglein, Spieglein an der Wand … (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Ein Spiegel auf dem Cover? Sieben Zwerge? Klingt verdächtig nach einer Märchenadaption und zwar einer, geschrieben für Jugendliche. Empfohlen wird dieses Buch Lesern zwischen 12 und 15 Jahren.

Die 15-jährige Paulina hat genug mit sich selber zu tun. Auf ihrer teuren Privatschule ist sie, trotz reichem Vater, die Außenseiterin der Klasse und auch Zuhause hängt der Haussegen schief. Ihre Mutter behandelt sie alles andere als gerecht. Schlimmer noch, sie macht Paulina für die Trennung der Eltern verantwortlich und lässt sie das auch tagtäglich spüren. Von ihrem Vater fühlt sich Paulina nicht gewollt, da er sich scheinbar anstelle von Verantwortung, lieber mit Geld aus der Affäre ziehen möchte.
Zu allem Überfluss dreht ihr Deutschlehrer nach einer katastrophalen Klassenarbeit nun völlig durch. Er fordert Einzelreferate von ihnen und zwar zum Thema Märchen – doch wer liest heutzutage noch Märchen?

Das ist die Frage…wer liest heutzutage noch Märchen? Vor allem, lesen Jugendliche auch noch Märchen oder haben sie als Kind vorgelesen bekommen? Ich kann diese Fragen tatsächlich nicht beantworten.
Ich arbeite in einer Kita, in der Märchen aktiv gelebt werden. Sie werden regelmäßig vorgelesen und es gibt sogar Aufführungen dazu. Ich weiß aber, dass in anderen Kitas Märchen definitiv nicht so präsent sind.

Ich, mit meinen mittlerweile 33 Jahren, bin mit Märchen aufgewachsen. Ich habe sie vorgelesen bekommen und dann später als Disney Filme geguckt. Daher habe ich bei “Sieben Zwerge für Paulina” beim Lesen auch ständig bewusst und unterbewusst nach Parallelen gesucht. Die gibt es ganz definitiv! Doch in der ersten Hälfte des Buches waren sie mir irgendwie zu vage.
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich mit der ersten Hälfte der Geschichte schwer getan habe. Paulina wollte mir nicht so recht sympathisch werden, geschweige denn ans Herz wachsen – ihre Klassenkameraden erst recht nicht. Ihre Mutter ist eine “Vollkatastrophe” und auch mit ihrem Vater konnte ich nicht so recht warm werden.

Als Paulina dann etwa zur Mitte hin einem pubertären Selbstmitleidsanfall anheim fällt, konnte ich nur noch mit den Augen rollen und den Kopf schütteln.

Kleiner Spoiler, was mich so sehr an ihrem Selbstmitleidsanfall gestört hat (zum Lesen bitte die freie Stelle markieren):

In ihrem Selbstmitleid beginnt Paulina darüber nachzudenken, dass es wohl besser gewesen wäre, sie wäre nie geboren worden. Gut, das hat vielleicht jeder von uns in der Pubertät mal gedacht, insgesamt also noch recht harmlos. Aber einen Satz fand ich völlig unpassend für ein Jugendbuch und hier hätte ich das Buch auch fast zur Seite gelegt:
”Die Vorstellung zu sterben, hatte etwas Tröstliches.”
Hallo?! Sie ist dabei erwischt worden, dass sie Mist gebaut hat, muss dafür nun grade stehen und ihre vermeintlichen “Freundinnen” stehen natürlich nicht zu ihr. Ja, alles schlimm und echt ätzend. Aber so ein Satz hat etwas Depressives und gehört definitiv nicht einfach so lapidar in ein Jugendbuch geschrieben.

Wie gesagt, ich war kurz davor nur noch augenrollend weiter zu lesen, doch dann wandelte sich die Geschichte komplett und sie wurde gut. Richtig gut sogar!
Paulina wurde mir sehr sympathisch und ich begann sie sogar in mein Herz zu schließen. Auch andere Charaktere änderten sich zum Positiven und das Buch nahm eine Richtung an, die mich sogar zu Tränen rührte.
Die zweite Hälfte hat das Ruder nochmal herumgerissen und ich konnte das Buch mit einem guten Gefühl beenden.

Iris Liesers Schreibstil ist angenehm flüssig und der Zielgruppe angemessen. Auch auf die Charakterbildung hat sie recht viel Wert gelegt, wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Autorin es gewollt so geschrieben hat, dass ich Paulina im ersten Teil des Buches nicht mochte.

Fazit

“Sieben Zwerge für Paulina” ist ein süßes Buch für Jugendliche ab 12 Jahren, dem allerdings ein bisschen weniger Drama ganz gut getan hätte. Vor 12 würde ich es meinem Kind auch nicht geben wollen, dafür beinhaltet es Szenen, die jüngere Kinder zu sehr beeinflussen würden.
Glücklicherweise konnte mich das Buch nach der Hälfte für sich gewinnen und überzeugen. Da mir die erste Hälfte allerdings nicht so richtig zugesagt hat, kann ich leider nur 3,5 von 5 Sternen vergeben.

Titel: Sieben Zwerge für Paulina
Autorin: Iris Lieser
Verlag: Fabulus Verlag
Erscheinungsdatum: 15. September 2017
ISBN: 978-3-944788-52-4
empfohlenes Lesealter: ab 12 Jahren
Format: Hardcover mit Lesebändchen und Farbschnitt (170 Seiten)
Preis: 16,00 Euro

Das Buch wurde mir als Rezensionsexemplar im Gegenzug für meine ehrliche und subjektive Meinung zur Verfügung gestellt.

[Rezension] No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam von Natasha Friend

Worum geht’s?

Wer braucht schon einen Vater? Sie sicher nicht, davon ist Hollis fest überzeugt – bis ihr Halbbruder Milo in ihr Leben tritt. Denn er will ihren gemeinsamen Vater finden und braucht Hollis’ Hilfe. Aber warum sollte sie bei so einer Schnapsidee mitmachen? Immerhin kennt sie Milo kaum, mal ganz zu schweigen von dem „Vater“, der sie in einem Reagenzglas gezeugt hat. Einem Mann, dessen Namen sie nicht einmal weiß. Und das ist auch verdammt gut so.

Richtig abgefahren aber wird es, als Milo herausfindet, dass sie nicht die einzigen Kinder von Samenspender No. 9677 sind. Widerwillig lässt sich Hollis auf die Spurensuche ein – und stellt fest: Familie ist das, was man daraus macht. (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

“Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam – fünf Kinder, sechs Frauen? Wie geht das?” – Das zumindest waren meine ersten Gedanken als ich das Buch sah. Und damit hatte es mich schon. Ich begann mich mit dem Titel zu beschäftigen. Die optische Aufmachung des Buches, der Klappentext – alles sprach mich an, also hoffte ich, es würde mich nicht mit dem Inhalt enttäuschen.

Dem mitten in der Pubertät steckende Milo fehlt ein männliches Vorbild, denn er ist der Sohn zweier Frauen. Gezeugt durch eine Samenspende. Er liebt seine Mütter über alles, doch bei richtigen Männerproblemen können sie ihm nicht helfen.
Milo weiß, dass er durch ein Samenspende gezeugt und von seiner Mutter Suzanne ausgetragen wurde. Und da das Sperma irgendwoher kommen muss, muss es zur Spende ja auch einen dazugehörigen Mann geben – seinen Vater. Milo möchte ihn finden und kennenlernen, doch alleine traut er sich nicht.
Bereits vor mehreren Jahren hat er seine Halbschwester Hollis kennengelernt, seitdem aber nie wieder etwas von ihr gehört. Wer, wenn nicht sie, könnte ebenfalls ein Interesse daran haben ihren Vater zu finden und ihm bei der Suche helfen? Doch Hollis möchte nichts mit ihrem Vater zu tun haben. Erst als sich noch mehr Halbgeschwister bei ihnen melden, wird die ganze Sache mega interessant.

Fünf Kinder von sechs Frauen geht definitiv und dieses Buch hat mir auch gezeigt wie. Es hat mir auch noch so einiges mehr mitgegeben, denn beim Lesen habe ich mich rundum wohl gefühlt.

Ich muss gestehen, ich habe vor diesem Buch noch nie einen Gedanken daran verschwendet wie sich Kinder bzw. Jugendliche fühlen könnten, die durch eine Samenspende entstanden sind. Vielleicht leben sie nur mit der Mutter zusammen oder es gibt sogar zwei davon oder es gibt einen Vater in der Familie, der aber nicht der leibliche Vater ist. Allein beim darüber nachdenken fühlt es sich irgendwie unvollständig an. Kein Wunder, dass “solche” Kinder, gerade in ihrer Identitätsfindungsphase nach konkreten Antworten und Personen suchen.

“No. 9677” von Natasha Friend greift dieses Thema, meiner Meinung nach, ganz wundervoll auf. Mit viel Fingerspitzengefühl und einem Händchen für authentische Charaktere hat die Autorin es geschafft mich mit auf Milo und Hollis Suche nach ihrem Vater zu nehmen.

Natasha Friend hat einen ganz wundervollen Schreibstil, der mich gleich von der ersten Seite an abgeholt hat. Sie schreibt locker, leicht, flüssig und der Zielgruppe angemessen. Das Buch ließ sich trotz der wichtigen und ernsten Thematik wunderbar schnell und einfach lesen. Die Autorin hat ein ganz tolles wordbuilding, mit dem sie mich – jedes Mal, wenn ich das Buch in die Hand genommen habe – gefangen genommen hat.

Die Charaktere möchte ich nochmal lobend erwähnen. Die Autorin hat wirklich sehr authentische und individuelle Charaktere geschaffen, die ich allesamt mochte. Die einen mehr, die anderen weniger – wie im echten Leben. Ich konnte mir jeden einzelnen Charakter bildlich vorstellen und war einfach nur angetan davon, wie Natasha Friend es mit Worten geschafft hat, dass ich mich so gut in all diese Menschen hineinversetzen konnte.
Ich habe selten – und schon länger nicht mehr – ein Buch mit so gut ausgearbeiteten Charakteren gelesen. Hut ab.

Auch den Themen des Buches widmet sich die Autorin mit sehr viel Feingefühl. Sie beschreibt die inneren Konflikte der Charaktere ganz toll und macht auch keinen Halt vor traurigen Ereignissen. Meine Augen sind beim Lesen jedenfalls nicht trocken geblieben.

Das Ende des Buches ist relativ offen und ich weiß, dass das von einigen als störend empfunden wird. Für mich persönlich war das Ende perfekt so, wie die Autorin es geschrieben hat. Ich als Leserin habe genügend Antworten erhalten, um zufrieden zu sein und habe zusätzlich noch die Möglichkeit erhalten verschiedene Optionen, wie die Geschichte weitergehen könnte, in meinem Kopf weiterzuspinnen.

Fazit

Dieses Buch hat mich auf ganzer Linie überzeugt und begeistert. Die Aufmachung des Buches ist der Hammer, die Thematik interessant und klasse aufgearbeitet und die Charaktere machen dieses Buch perfekt.
Für mich ist dieses Buch definitiv ein kleines Highlight, das ich sehr gerne weiterempfehlen werde.

Daher gibt es von mir 5 von 5 Sternen!

Titel: No. 9677 oder Wie mein Vater an fünf Kinder von sechs Frauen kam
Autorin: Natasha Friend
Übersetzerinnen: Jessika Komina und Sandra Knuffinke
Verlag: Magellan
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2017
ISBN: 978-3734850295
Format: Gebundenes Buch mit Schutzumschlag (336 Seiten)
Vom Hersteller empfohlenes Alter: ab 13 Jahre
Preis: 17,00€

Ich bedanke mich recht herzlich beim Magellan Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

[Rezension] Soul Hunters: Mit der Liebe kommt der Tod von Gerd Ruebenstrunk

9783522505499

Worum geht’s?

Ein Computerprogramm, das angeblich die perfekten Partner zusammenbringen kann.
Ein mysteriöses Buch, von dem niemand weiß, ob es überhaupt existiert.
Und zwei Jugendliche, die von einer skrupellosen Geheimorganisation verfolgt werden.

Eine atemlose Jagd durch Brügge beginnt…  (Quelle: Buchrücken)

Meine Meinung zum Buch

Als ich vor einiger Zeit durch die Neuerscheinungen stöberte, sprach mich dieses Buch sofort an. Sowohl der Klappentext als auch das Cover machten einfach Lust auf mehr. Ich wollte unbedingt dieses Buch lesen und erfahren, was es mit diesem Programm auf sich hat und in welcher Gefahr die beiden Protagonisten schweben.

Im Übrigens empfehle ich euch bei diesem Buch wirklich nur den Text auf dem Buchrücken zu lesen, denn die Inhaltsangabe, die auf der Verlagsseite und auf anderen Portalen steht, verrät meiner Meinung nach schon zu viel vom Buch.

Während Jona und sein bester Freund gemütlich in einem Café sitzen und Apfelstrudel essen, wird Hannah – unsere Protagonistin – durch die Straßen Brügges verfolgt. Sie weiß nicht vor wem sie auf der Flucht ist, sie weiß nur weswegen. Der Grund passt auf einen kleinen USB-Stick, den sie bei sich trägt. Jemand ist hinter ihrem Computerprogram her – doch wieso?
Auf ihrer Flucht kommt sie auch in eben jenem Café vorbei, in dem Jona und sein Kumpel Chris sitzen. Ein kurzer Rempler, ein tiefer Blick in die Augen und schon ist Jonas Leben nicht mehr wie es mal war.

“Soul Hunters” wird empfohlen für Leser*innen ab 12 Jahren. Dies sollte man beim Lesen also immer im Hinterkopf haben, auch wenn es in diesem Buch u.a. um Seelenverwandtschaft geht. Ich hatte es kurzfristig vergessen und war dadurch zeitweise durch die mangelnde Tiefe der Charaktere und der Geschichte enttäuscht. Ich musste mir erst wieder ins Gedächtnis rufen, dass für die Zielgruppe dieses Jugendthrillers die Spannung im Vordergrund steht und nicht die zwischenmenschliche Beziehung der Charaktere. Dies hat mir dann geholfen über meine Enttäuschung hinwegzukommen, änderte allerdings leider nichts daran, dass ich trotzdem nicht zu den Charaktere durchdringen konnte.

Die Geschichte um Hannah und Jona ist wirklich interessant und auch spannend geschrieben, doch leider wurde ich nie Teil des Ganzen, sondern schwebte als stiller Beobachter über dem Geschehen. Ich behielt während des gesamten Buches eine Distanz zu den Charakteren, die es mir leider nicht ermöglichte richtig mitzufiebern und mit den Personen mitzufühlen. Sehr schade.

Zu Beginn des Buches hatte ich leichte Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Ich kann gar nicht genau benennen wieso, ich weiß nur, dass ich ein paar mehr Seiten brauchte, um mich einzulesen. Als ich mich dann eingelesen hatte, lies sich die Geschichte für mich leicht und zügig lesen.
Der Stil ist der Altersgruppe angemessen und wie bereits erwähnt, wird ein konstant hoher Spannungsbogen gehalten, der der Zielgruppe sicher sehr gefallen wird.

Für mich als erwachsene Leserin war jedoch Vieles leider ziemlich vorhersehbar und ich hätte auch einen stärkeren Fokus auf das Computerprogramm selber und seine Auswirkungen erwartet bzw. es mir gewünscht. So empfand ich das Buch durchaus als gelungenes Werk für junge Leser, doch als Erwachsene würde ich es vermutlich nicht noch einmal lesen wollen – obwohl es mir gefallen hat.

Fazit

Für die anvisierte Zielgruppe ist “Soul Hunters” sicher ein spannendes und gut gelungenes Buch. Mir als Erwachsene war zu Vieles vorhersehbar und der Fokus “falsch” gesetzt.
Das Buch konnte mich dennoch gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen. Daher vergebe ich gerne knappe vier von fünf Sternen.

Titel: Soul Hunters: Mit der Liebe kommt der Tod
Autor: Gerd Ruebenstrunk
Verlag: Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
Erscheinungsdatum: 19. September 2017
ISBN: 978-3522505499
Format: Klappenbroschur (304 Seiten)
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 15 Jahre
Preis: 14,99€

[tthinkttwice-Rezi] Schneezauber–Küss den Schneemann von Hannah Siebern

Gastrezension von siraelia/Solveig

Worum geht’s?

Wir werden in das New York der heutigen Zeit entführt, zu Katie King, die mit ihrer Tochter Phoebe und ihrer Mutter zusammenlebt. Sie arbeitet für einen sehr anspruchsvollen Chef, Leonard Frost, der ihr kaum Zeit für ihr Privatleben, insbesondere für ihre Tochter lässt. Da sie Angst vor dem Verlust ihres Arbeitsplatzes hat (sie ist alleinerziehend und für Mutter und Tochter verantwortlich), lässt sie sich viel – zu viel – gefallen.

Doch eines Tages verändert sich das Machtgefüge zwischen ihr und Mr. Frost elementar. Anders als ihr Chef, nutzt sie diesen Vorteil jedoch nur anfangs aus. Schnell ist sie bereit, dem in Not geratenen zu helfen, wieder im Leben Fuß zu fassen.

Meine Meinung zum Buch

„Schneezauber: Küss den Schneemann“ von Hannah Siebern ist genau das richtige Buch, um sich auf die winterliche Zeit, die jetzt bevorsteht einzustimmen.

Das Buch beginnt mit Stereotypen, die mich ganz kribbelig gemacht haben. Natürlich konnte ich die Darstellung der Protagonistin als verantwortungsbewusste, alleinerziehende Mutter verstehen. Allerdings hat mir ihr untergeordnetes Verhalten nicht gefallen. Zum Glück hat die Autorin schnell eine Wendung eingebaut und den Fokus auf die zwischenmenschliche Entwicklung der beiden Parts und der Suche nach einem Sinn im Leben von Leonard Frost gelegt. Das Ende ist vorhersehbar, dabei herzerwärmend und einfach nur wunderschön.

Die Autorin zeichnet sehr klare, fast etwas überspitzte Charaktere, die eine schwere Lebensphase überstehen und dabei zueinander finden. Mich hat verwundert, dass das Setting der Geschichte in New York angesiedelt wurde. Anfangs hat mich dieser Umstand total verwirrt, da ich mir einen lokaleren Kontext gewünscht hätte. Ich finde es sehr erfrischend, Geschichten zu lesen, die an Orten spielen, die ich kenne oder auch recht einfach bereisen und somit kennenlernen könnte.

Die Geschichte wurde abwechselnd aus Sicht von Katie bzw. von Leonard Frost geschrieben. So konnte man auch mehr über die Beweggründe der jeweiligen Charaktere erfahren. Die Kapitel waren nicht zu lang, sodass der Wechsel und somit eine Fortführung des Plots nicht lange auf sich warten ließ.

Fazit

Das Buch liest sich sehr kurzweilig und zügig. Auch wenn man recht schnell vorhersehen kann, wie sich der Plot entwickelt, sind die Details herzerwärmend und liebevoll dargestellt. Also genau das Richtige für die dunkle Jahreszeit. Wer allerdings eine tiefschürfende Geschichte erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht sein.

Da mich das anfängliche Verhalten der weiblichen Schlüsselfigur ziemlich genervt hat (auch wenn einem bewusst ist, warum die Autorin das so schreibt) vergebe ich solide 4 Sterne.

Titel: Schneezauber – Küss den Schneemann
Autor: Hannah Siebern
Verlag: Selfpublished
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2017
ASIN: B075K1ZHV6
Format: eBook & Taschenbuch (203 Seiten)
Preis: 0,99 Euro (eBook Einführungspreis) & 9,99€ (Taschenbuch)

eBook als Rezensionsexemplar für eine Blogtour zur Verfügung gestellt


Miriams Meinung zu Schneezauber – Küss den Schneemann

[Rezension] Das Erwachen von Andreas Brandhorst

Andreas Brandhorst - Das Erwachen

Worum geht’s?

Wann werden die Maschinen uns übertrumpfen und was wird das für unser Leben bedeuten? Der ehemalige Hacker Axel setzt versehentlich ein Computervirus frei, das unzählige der leistungsfähigsten Rechner auf der ganzen Welt vernetzt. Als sich daraufhin auf allen Kontinenten Störfälle häufen und die Infrastruktur zum Erliegen kommt, die Regierungen sich gegenseitig die Schuld geben und die geopolitische Lage immer gefährlicher wird, stößt Axel gemeinsam mit der undurchsichtigen Giselle auf ein Geheimnis, das unsere Welt für immer verändern wird. (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Bereits der Titel – glaubt es oder nicht – kann schon ein Gefühl der Beklemmung auslösen. “Das Erwachen”. Insbesondere für mich war im Nachhinein die Erkenntnis interessant, dass er einen Zeitpunkt markiert und suggeriert, dass ab hier, na sagen wir einmal,”Dinge” passieren. Ist aber nicht so. Mir als Leser ist bereits nach dem Klappentext klar, worauf das Buch hinausläuft und es wird ja auch nicht wirklich ein Geheimnis daraus gemacht:

In den Computernetzen ist etwas erwacht, und es scheint nicht mehr aufzuhalten zu sein.(Quelle)

Ich war also eher gespannt darauf, wie sich Andreas Brandhorst diesem Thema nähert. Denn Romane mit der Idee von künstlicher Intelligenz – die die Menschheit womöglich übertrumpft – scheinen sich in letzter Zeit zu häufen. In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen in diesem Kontext vielleicht nicht überraschend und schlicht Teil unserer Zeitgeschichte. Dennoch – und um endlich auf “Das Erwachen” zu sprechen zu kommen – hier ist kaum etwas wirklich neu. Angefangen bei einer typischen Heldengeschichte, bei der der Protagonist Axel Krohn eher zufällig ins Geschehen gesogen wird, auserkoren, die Welt zu retten. Dass auf dem Weg dorthin diese mehr als aus den Fugen gerät und eine Maschinenintelligenz (um den Begriff der KI nicht überzustrapazieren und den Leser auch auf einen wesentlichen Unterschied hinzuweisen) während ihres Erwachens leider eine Menge Kollateralschäden anrichtet, ist dabei irgendwie nebensächlich.

Den Part fand ich dennoch – vielleicht gerade deswegen – wiederum interessant. Andere Romane, wie z.B. “Blackout” von Marc Elsberg, haben deutlich gemacht, worauf wir uns einstellen dürfen, sollte es zu mehrtägigen Stromausfällen kommen. In “Das Erwachen” treten deutlich mehr solcher und ähnlicher Katastrophen auf und dennoch beeinflusst es das öffentliche Leben kaum mehr, als es heutzutage die eher zu negativ tendierenden Schlagzeilen mitunter eh schon tun.

Geschenkt, denke ich also, und war gespannt darauf, wie mit der Frage nach der Art umgegangen wird, wie eine Maschine denken könnte und was sich für uns Menschen daraus für Konsequenzen ergäben. In der allgemeinen Literatur werden oft Szenarien skizziert, in denen Maschinen die Menschen als Problem identifizieren und kurzerhand auslöschen – naja, oder halt versklaven. Matrix lässt grüßen. In “Das Erwachen” aber gelingt es der Maschinenintelligenz in kürzester Zeit sich auf ein Denkmodell hin zu entwickeln, dass sich seltsam vertraut anfühlt und gleichzeitig abstrus weltfremd, um dann in einem Höhepunkt zu münden, der mich persönlich nicht überzeugt hat.

Meiner Meinung nach ist “Das Erwachen” genau richtig geschrieben für Leser, die sich mit dem Thema bisher wenig auskennen und sich von einem gut strukturierten und spannenden Cyberthriller unterhalten lassen möchten. Das schafft der Roman spielend und er erweist sich auch als echter Pageturner! Dass wir als Leser die Handlung aus verschiedenen Perspektiven verfolgen dürfen, hat mir sehr gefallen und die Gestaltung der unterschiedlichen Charaktere empfinde ich als sehr gelungen und vor allem: Glaubhaft. Auch die ein oder andere Konsequenz des “Erwachens” einer echten Maschinenintelligenz fand ich interessant. Einzig der Sinn einer Nebenhandlung, die auf einem Raumschiff spielt, das die Erde in Richtung Mars geschickt hat, ergibt sich mir nicht. Während ich diesen Plot zunächst als superspannend empfand und mich immer wieder gefreut habe, wenn in einem neuen Abschnitt die Handlung wieder einmal kurz zur Discovery sprang, ließ mich der Ausgang des Buches eher mit dem Gefühl zurück, dass “Das Erwachen” auch ohne diesen Ausblick funktioniert hätte. Einen Mehrwert hat das Thema irgendwie nicht beizutragen vermocht.

Fazit

Zusammengefasst ist es so, dass Bücher, die sich mit einem bestimmten Subgenre befassen, schnell in eine direkte Konkurrenz zu ähnlichen Büchern begeben und es dabei schwer haben können, in ihren eigenen Details hervorzustechen. Weder das Treiben der sogenannten Hacker noch das Verhalten der Maschinenintelligenz und die sich zum Ende daraus entwickelnden Konsequenzen, konnten mich überzeugen. Was bleibt, ist für mich ein guter Cyberthriller mit hohem Tempo, der sich an einem modernen Trendthema orientiert, dabei Charaktere unserer Zeit einbezieht und einmal mehr versucht, dem Leser beizubringen, wovor nicht zuletzt Stephen Hawking und Elon Musk eindringlich warnen: Da könnte etwas kommen, was wir nicht verstehen und möglicherweise ist es mächtiger als wir und vielleicht ist es uns gegenüber nicht wohlgesonnen. Tja, das traf auch auf die Europäer aus Sicht der Atzeken zu. Der Rest ist Geschichte.

Da mich das Buch dennoch sehr gut unterhalten hat und ich es auf jeden Fall Lesern empfehlen kann, die in diesem Subgenre vielleicht noch nicht so viele Bücher kennen, bekommt “Das Erwachen” von mir gute 3,5 Sterne.

P.S.: Da meine Frau das Buch ebenfalls liest, seid gespannt auf ihre Rezension. Ich auf jeden Fall bin es – denn sie ist noch nicht durch damit. In mindestens einem Thema gehen unsere Meinung auf jeden Fall auseinander…

Titel: Das Erwachen
Autor: Andreas Brandhorst
Verlag: Piper
Erscheinungsdatum: 02. Oktober 2017
ISBN: 978-3-492-06080-6
Format: Klappenbroschur (736 Seiten)
Preis: 16,99€

Rezensionsexemplar

[Rezension] Memory Game: Erinnern ist tödlich von Felicia Yap

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Worum geht’s?

Wie findet man einen Mörder in einer Welt, in der es keine Erinnerungen gibt?

In Claires Welt gibt es zwei Arten von Menschen: solche, die wie sie sind und sich nur an die Ereignisse des vorangegangenen Tages erinnern können, und solche wie ihren Ehemann Mark, deren Gedächtnis zwei Tage zurückreicht. Claire hat nur eine Verbindung zu ihrer Vergangenheit: ihr Tagebuch. Was sie nicht rechtzeitig aufschreibt, geht für immer verloren. Eines Morgens steht die Polizei vor Claires Tür. Die Leiche einer Frau wurde im Fluss gefunden. Nach Aussage der Beamten war sie Marks Geliebte und er wird des Mordes verdächtigt. Sagt die Polizei die Wahrheit? Kann Claire ihrem Ehemann vertrauen? Und vor allem: Kann sie sich selbst vertrauen? (Quelle)

Meine Meinung zum Buch

Ich selber habe ein sehr gutes Gedächtnis und frage mich häufiger, wie es sein kann, dass die Menschen in meinem Umfeld so viel vergessen. Ich weiß, dass ich ein eher außergewöhnliches Gedächtnis habe, wundere mich aber dennoch regelmäßig darüber. Daher hat mich auch der Klappentext von “Memory Game” sofort angesprochen.
Stellt euch vor, ihr könntet euch maximal an die letzten 48h erinnern, müsstet jeden Tag Tagebuch über die Dinge führen, die ihr erlebt habt und müsstet Fakten aus eurem Leben auswendig lernen, damit sie in eurem Langzeitgedächtnis bleiben. Was für eine Vorstellung, oder?
Und nun stellt euch auch noch vor, dass in solch einer Welt ein Mord geschieht. Wie soll der Mörder gefunden werden, wenn er sich dazu entschließt seine Tat nicht in sein Tagebuch zu schreiben? Denn dann kann er sich nach spätestens 48h selber nicht mehr daran erinnern, was er getan hat. – Eine echt erschreckende Vorstellung.
Unsere Protagonisten Mark und Claire sind ein ziemlich ungleiches Paar. Mark ist ein Duo und kann sich somit an die vergangenen 48h erinnern. Claire hingegen ist eine Mono und ihr Gedächtnis reicht nur 24h zurück. Die beiden sind bereits seit 20 Jahren verheiratet, was in ihrer Welt eine wirkliche Seltenheit ist, denn normalerweise gibt es keine Mischehen. Die Duos halten sich für die Elite und wollen mit den, in ihren Augen, beschränkten Monos in der Regel nichts zu tun haben. Die Monos erledigen sozusagen die “niederen” Aufgaben, während Duos zu Ärzten, Anwälten, Polizisten, usw. werden.
Als nun eines Tages plötzlich die Polizei vor Claires Tür auftaucht, um ihr zu erklären, dass die Leiche einer Frau im nahe gelegenen Fluss gefunden wurde und es sich hierbei angeblich um Marks Geliebte handeln soll, bricht Claires Welt zusammen. Kann sie ihrem Ehemann noch trauen? Und kann sie sich selber auch noch vertrauen?
Mit ihrem Debütroman ist Felicia Yap ein wirklich interessantes Gedankenspiel gelungen. Obwohl das Buch als Thriller ausgezeichnet ist, stand für mich die Tat an sich und die Aufklärung des Mordfalls eher im Hintergrund. Ich habe mich mehr mit den philosophischen Fragen und der “Zwischen-den-Zeilen” – Gesellschaftskritik beschäftigt, die die Autorin mit ihrer Geschichte implizit aufgeworfen hat.
Kann man in einer Welt wie dieser wirklich lieben? Wie funktioniert Liebe, wenn man all die alltäglichen Kleinigkeiten, die Liebe so schön macht, spätestens nach 48h wieder vergisst? Wird Liebe in so einer Welt nicht zu etwas rein Mechanischem?
Die Diskriminierung der Monos durch die Duos war auch sehr präsent und hat mich stark an die Situation in den USA denken lassen, in denen die dunkelhäutigen Menschen auch heutzutage leider immer noch einen geringeren Stellenwert haben. Oder auch daran wie unterschiedlich auch heute noch die Gehälter von Männer und Frauen sind und wie wenig Frauen es immer noch in Spitzenpositionen gibt.
Eingefleischte Thriller-Leser würden dieses Buch vermutlich nicht unbedingt dem Thriller-Genre zuordnen, zumindest ging es mir so. Ja, es sind Thriller-Aspekte drin, aber für mich war insgesamt zu viel Spannung drin und ab einem Punkt wurde es dann doch zu vorhersehbar.
Auch bin ich der Meinung, dass auf Grund eines bestimmten Themas dieses Buch nicht unbedingt für alle Thriller-Fans geeignet ist.
Spoiler-Alarm  – zum Lesen bitte die freie Stelle markieren.
Im Laufe der Geschichte erfährt der Leser, dass Claire an Depressionen leidet und damals vor 20 Jahren, als Mark und sie geheiratet haben, ein Kind zur Welt gebracht hat. Dieses Kind hat sie – weil sie unter einer Wochenbettdepression litt – erstickt. Sie hat also ihr eigenes Kind umgebracht, es nicht in ihr Tagebuch geschrieben und es somit vergessen.
Ich finde, dass das ganz schön harter Tobak ist und mich hat das extrem mitgenommen. Ich weiß zwar nicht wie genau, aber ich hätte mir eine kleine (Trigger-)Warnung gewünscht. Vielleicht hätte ich das Buch dann gar nicht gelesen.

Felicia Yaps Schreibstil ist insgesamt aber sehr angenehm und flüssig. Das Buch lässt sich auf Grund der großen Schrift und der kurzen Kapitel sehr schnell lesen. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Claire, Mark und dem Detective geschrieben

Fazit

“Memory Game” ist insgesamt betrachtet ein gutes Debüt, das aber definitiv noch Luft nach oben hat. Felicia Yap kann meiner Meinung nach schreiben, doch sie wollte zu viel auf einmal für ihren ersten Roman. Beispielsweise hätte ich mir gewünscht den genauen Unterschied zwischen Fakten und Erinnerungen erklärt zu bekommen. Außerdem bleiben die Charaktere für diese Art von Buch zu flach.
Nichtsdestotrotz hat mir das Buch und das Gedankenspiel der Autorin gefallen, so dass ich 3,5 von 5 Sternen vergebe.

 
Titel: Memory Game: Erinnern ist tödlich
Autorin: Felicia Yap
Übersetzerin: Bettina Spangler
Verlag: Penhaligon
Erscheinungsdatum: 25. September 2017
ISBN: 978-3-7645-3182-9
Format: Klappenbroschur (445 Seiten)
Preis: 14,99€
Rezensionsexemplar für eine Blogger-Aktion zur Verfügung gestellt